Berghaus, Wangen im Allgäu
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Neubau Wohnhaus Wangen im Allgäu

Auftraggeber:
Privat
Bruttogeschossfläche:
355 qm
Bruttorauminhalt:
1.190 cbm
Fertigstellung:
2015
Beauftragung:
Leistungsphasen 1 - 9
Projektpartner:
Fabian Evers

Seit mehreren Jahren setzt sich die junge Familie leidenschaftlich mit dem Gedanken auseinander, auf dem geerbten Grundstück in Wangen zu bauen. Das steile Hanggrundstück mit Südorientierung bietet mit seinem unbebauten Fernblick auf die Alpen eine Vielfalt an Möglichkeiten und Qualitäten. Sorgt dabei aber auch für viele Fragen: Welche Art von Haus wollen wir bewohnen? Welches Außenbild wünschen wir uns, welche Materialien sollen uns umgeben und welche Rolle spielen die einzelnen Räume? Wünschen wir uns ein modernes oder heimeliges Ambiente? In ihren Entscheidungen gönnten sich die Bauherren jenen Luxus an Zeit, der sie Schritt für Schritt an ihre individuelle Definition von „Wie will ich leben?“ heranführte. Die Folge war ein sehr besonderer Prozess, der immer wieder spannende Wendungen, mutige Entscheidungen und neue Herausforderungen nach sich zog.

Im Fokus steht die Entschleunigung

Entstanden ist ein freisitzender, polygonaler Baukörper, der von der grünen Landschaft umschlossen wird. Das neu interpretierte Giebeldach nimmt die Formensprache des Grundrisses auf und orientiert sich mit seiner Neigung am Hangverlauf. Das städtebauliche Konzept, einen sensiblen Umgang mit der Landschaft zu gewähren, findet sich im Materialkonzept aus Holz, Sichtbeton und Aluminium wieder. Alle Materialien sind naturbelassen, dürfen sich mit der Zeit eine Patina aneignen und mit den Bewohnern gemeinsam altern. Im Fokus steht die Entschleunigung.

Die Holzfassade schafft mir ihren spielerisch gesetzte, quadratische Fensteröffnungen eine intime Atmosphäre in den privaten Räumen. In den öffentlichen Räumen wurden großzügige Übereckverglasungen angebracht. Die Dachterrasse ist in die Dachfläche eingelassen, ermöglicht einen Rückzugsort im Freien und bietet einen beeindruckenden Weitblick über die Stadt bis in die Alpenlandschaft. Von fokussiert bis panoramaartig - alle Varianten inszenieren bewusst unterschiedliche Ausblicke in die Umgebung und laden zum Verweilen und Innehalten ein.

Spiel mit Kontrasten

Ein Betonkern im Inneren des Hauses sorgt für die notwendige statische Aussteifung. Die Außenwände hingegen sind in Massivholzbauweise angeführt. Das Spiel mit Beton und Holz schafft Kontraste und zieht sich wie ein roter Faden durch jeden Raum. Herzstück des Hauses ist die Küche, die mit einem Betonkamin definiert wurde und so ihrer zentralen Rolle im Leben der jungen Familie gerecht wird. Von hier aus öffnet sich ein weitläufiger Wohnraum sowie vertikal ein großzügiger Luftraum mit einer Galerie.

Die Variationen an Raumhöhen im Haus erzeugen ein abwechslungsreiches Spiel von unterschiedlichen Raumwirkungen. Wo auch immer möglich, verzichtet das Haus bewusst auf eine makellose Oberfläche und distanziert sich mit seiner imperfekten Ausstrahlung von der allgegenwärtigen Tendenz zur Perfektion.

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